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WAZ. „Fast hätten wir den Sieg noch weggezittert, so richtig verdient haben wir uns die Punkte nicht“, brachte Benjamin Erlenbruch, Trainer der HSG Hattingen-Sprockhövel II, die schwache Leistung seiner Mannschaft nach der Pause auf den Punkt. Am Ende freute er sich über einen glücklichen 25:24-Derbysieg im Duell der beiden Bezirksliga-Zweitvertretungen gegen den TuS Bommern II und den dritten Tabellenplatz. Fast hätten die Hausherren zuvor allerdings tatsächlich noch eine 16:10-Pausenführung verspielt.

Entsprechend niedergeschlagen zeigte sich das Torwartgespann des TuS, Daniel Lichtenstein/André Bauer unmittelbar nach dem Abpfiff. „Da war mehr drin. Wir waren drauf und dran, die Partie noch zu kippen. Am Ende sind wir nun doch der unglückliche Verlierer“, sagten die beiden Schlussleute unisono. Zusammengerechnet geht das Oldie-Duo schnurstracks auf den hundertsten Geburtstag zu. „97 Jahre haben wir schon gemeinsam auf dem Buckel“, scherzten die beiden Keeper.

Bommerns Torhüter Lichtenstein als Rückhalt bei Aufholjagd

Daniel Lichtenstein war mit seinen 53 Jahren sogar der Mann des Tages und wurde bei der Aufholjagd nach der Pause für sein Team zum großen Rückhalt. Anerkennung bekam der Torhüter auch vom gegnerischen Trainer. „Er hat das mit all seiner Ruhe wirklich gut gemacht.“, lobte Benjamin Erlenbruch. Doch der verdiente Lohn wurde dem früheren Tusem-Essen-Keeper beim Abpfiff nicht zuteil. André Bauer (44) kam nur für einen Siebenmeter auf das Spielfeld.

Die Spielgemeinschaft hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn die Gäste selbst noch die Punkte mit nach Witten genommen hätten. Nach einer guten ersten Halbzeit mit stabiler Deckung und überlegtem und abschlussstarkem Angriffsspiel verlor die Erlenbruch-Sieben völlig den Faden. Besonders in der Offensive lief bis zur Endphase hin überhaupt nichts mehr zusammen. Gegen die aggressive 5:1-Deckung des TuS, die vorzüglich mit Daniel Lichtenstein im Tor harmonierte, gab es für die Spielgemeinschaft lange Zeit kein Durchkommen.

Mit einer indiskutablen Torquote von lediglich fünf Treffern bei zig Versuchen gerieten die Hausherren gegen die sich gewaltig steigernden Wittener bis zur 52. Minute mit 21:23 in Rückstand, ehe Martin Ebel in Überzahl doch noch den 24:24-Ausgleich und später Phillip Gräf sogar noch den überaus glücklichen Siegtreffer erzielten.

Vier vergebene Siebenmeter prägen das Spiel

Ansonsten hätte man sich im Lager der HSG sicherlich noch lange über insgesamt vier verworfene Siebenmeter (Zeller 3, Gräf 1) geärgert. Und freuen konnte sich am Ende auch HSG-Keeper Bjarne Krans. Der hatte in der zweiten Halbzeit lange Zeit überhaupt keine Hand an den Ball bekommen. In zwei mitentscheidenden Szenen in den Schlussminuten war er aber mit blitzschnellen Reaktionen zur Stelle. Erfolgreichster Schütze der Partie war Bommerns Moritz Prior mit elf Treffern.

HSG Hattingen-Sprockhövel II – TuS Bommern II 25:24

„Spielfilm“: 0:1, 2:2, 4:2, 7:6, 10:6, 13:8, 16:10 (Hz.), 17:13, 19:19, 20:21, 21:23, 23:24, 25:24.

HSG: Fleischer (1), Krans; Pospiech (2), Gräf (5/2), Klinker (1), Grossmann (6), Zeller (8/1), Ebel (1), Schimm, Nieland, Witkowski (1).

TuS: Lichtenstein, Bauer; Speck (3), Stiefermann (3), Grajcar (1), Held, Hollmann, Böving, Körner (5), Lenzen (1), Bursy, Hohrath, Prior (11/2).

Die nächsten Spiele: VfL Hüls – HSG II (Samstag, 29. November, 17 Uhr), SG TuRa Halden-Herbeck – TuS II (Samstag, 29. November, 18 Uhr).

WAZ-Bericht von Heribert Rodemann

Tabelle: 2. Herren Bezirksliga Ruhrgebiet

WAZ. In den Duellen zwischen dem TuS Bommern II und dem HSV Herbede ist in der Regel Hochspannung angesagt. Davon konnte am Sonntagnachmittag aber keine Rede sein. Das 35:22 (14:8) für die Gastgeber war daher schon eine große Überraschung, für die es aber sehr gute Gründe gab.

Der Bommeraner Trainer Sebastian Razeng führte gleich an: „Der HSV ist sicher nicht in Bestbesetzung angetreten.“ Eine Feststellung, die Marko Weiß mit Fakten untermauerte: „Yannick Brämer verletzte sich am Donnerstag beim Training, und beim Aufwärmen zog sich Keeper Benedikt Lange eine Kapselverletzung zu.“ Es kam noch schlimmer, denn Kreisläufer Daniel Busch brach sich nach wenigen Minuten die Hand und wird wohl im Laufe der Woche operiert werden müssen. Auf Urlauber oder berufsbedingte Ausfälle wollte Weiß gar nicht erst näher eingehen.

HSV Herbede nimmt Rückraum-Ass Moritz Prior 60 Minuten in Manndeckung

Da der Innenblock durch die Ausfälle stark geschwächt war, entschloss sich Weiß, Bommerns Moritz Prior 60 Minuten lang in Manndeckung zu nehmen: „Er hat weniger Tore gemacht als sonst.“ Razeng sah dadurch aber auch einen Vorteil: „Die anderen hatten dadurch viel mehr Platz, denn der HSV konnte die entstandenen Lücken in der Defensive nicht immer schließen.“

Es gab aber keine zwei Meinungen darüber, dass die Gastgeber in diesem Bezirksliga-Derby den besseren Handball spielten. Das war schon in der fünften Minute klar, in der die Bommeraner schon mit 5:1 führten. Neben der Treffsicherheit im Angriff waren für Razeng auch die beiden Torhüter ein wichtiger Faktor: „Unser neuer Keeper Vincent Wechner machte alles richtig, und Julian Stumpf parierte im zweiten Durchgang zwei Siebenmeter und hielt sieben Minuten den Kasten sauber.“

TuS Bommern II baut seinen klaren Pausenvorsprung schnell aus

Dieser spielerischen Übermacht der Hausherren hatte Herbede nur wenig entgegenzusetzen. Jannis Oberbossel wurde von Coach Marko Weiß noch lobend erwähnt, doch viel mehr fiel ihm auch nicht ein: „Zusätzlich von den Personalprobleme haben wir auch noch schlecht gespielt.“

In knapp zehn Minuten machten die Razeng-Handballer, die zuvor einen Sieg und zwei Niederlagen auf dem Konto hatten, aus einer 14:8-Pausenführung ein 22:12 und bauten anschließend die Führung noch weiter aus. Das war für Bommerns Trainer eine wahre Freude: „Wir haben das sehr gut gemacht. Herbede hatte ja trotz aller Ausfälle immer noch einen Bezirksliga-Kader am Start. Mit diesem Sieg konnten wir unsere ersten beiden Niederlagen gegen starke Mannschaften wieder relativieren.“

So spielten sie:

TuS: Stumpf, Wechner; Köhler (2), Frank (1), Speck (1), Stiefermann (3), Prior ( 8/3), Grajcar (5), Böving (3), Körner (8), Hollmann, van Lengen, Verdenhalven (2).

HSV: Bentlage, Lange; F. Windfuhr (1), Oberbossel (5), Schönherr (2), Czerkawski (1), W. Haupt (1), A. Haupt (2), Hoffmann (1), Radtke (1/1), Busch (1), Müller (7/2).

WAZ-Bericht von Ralf Weihrauch

Tabelle: 2. Herren Bezirksliga Ruhrgebiet

WAZ. Die Bilanz des Wittener Teams von Trainer Bastian Razeng war bislang sehr ordentlich. Ein Spiel liegt ihm noch immer schwer im Magen. Aufstiegstraum wohl utopisch.

Die zweite Mannschaft des TuS Bommern spielt in der Handball-Bezirksliga bislang eine sehr gute Rolle. Zum Ende der Hinserie stand die Mannschaft von Trainer Bastian Razeng auf dem zweiten Platz, der allerdings in dieser Saison nicht für den Aufstieg reicht.

Durch die jüngste Spielverlegung rutschten die Bommeraner am Wochenende erst einmal auf den dritten Platz ab. Razeng erklärte: „Ich habe gerade viele Verletzte und Kranke, und die Gladbecker stimmten der Verlegung schnell zu.“ Er benötigt aber eine starke Besetzung, um in der Rückrunde die Bilanz der ersten Saisonhälfte noch einmal wiederholen zu können.

Beim ATV Dorstfeld war die Reserve des TuS Bommern ohne Chance

Was passieren kann, wenn das nicht der Fall ist, erlebte Razeng im Match beim Kellerkind HSC Haltern-Sythen II, wo sein Team mit 22:27 unterlag: „Dieses Spiel liegt mir noch schwer im Magen, denn dort lief neben der schwachen Besetzung auch auf dem Feld vieles falsch.“ Das 20:33 in Dorstfeld hat Razeng längst abgehakt, denn diese Mannschaft sieht er in einer Sonderrolle, und der ATV-Aufstieg sei kaum noch zu stoppen.

Eine zweite Mannschaft hat immer die Aufgabe, junge Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen. Das könne er momentan gerade nicht leisten, erläutert Razeng: „Wir bauen gerade immer wieder fünf A-Junioren ein. Rückraumspieler Manuel Dupont und Kreisläufer Mark Böwing gehören mittlerweile zum Stamm. Die anderen drei kommen regelmäßig zum Training, müssen aber wegen des großen Kaders oft auf eine Nominierung verzichten. Bis zur Regionalliga ist es für sie noch ein langer Weg, der sicher noch ein Jahr oder mehr dauert.“

Enge Verbindung mit dem Regionalliga-Team der Wittener

Dennoch gibt es auch immer wieder einen Austausch zwischen der zweiten und ersten Mannschaft. Am vergangenen Wochenende gehörte neben Paul Körner auch Gregor Grajcar zum Aufgebot Nils Krefters. Doch auch Basti Razeng kann immer wieder auf Hilfe aus der Regionalliga bauen.

Auf dem zweiten Platz will sich der TuS-Trainer nicht ausruhen, denn schließlich steht noch eine anstrengende Rückrunde an. In dieser trifft man am 15. Februar auch wieder auf den Lokalrivalen HSV Herbede, der sich sicher für die 27:29-Niederlage im September revanchieren will.

Doch grundsätzlich sieht der Trainer bis auf den ATV Dorstfeld keine Mannschaft, vor der sich der TuS Bommern II ängstigen müsse: „Daher halte ich auch die Vizemeisterschaft für realistisch.“ Diese würde den Bommeranern aber nichts nutzen, da sich die Aufstiegsmodalitäten im Vergleich zur vorigen Saison durch die Ligareform geändert haben.

Selbst der Meister hat im Übrigen noch keinen Platz in der Verbandsliga in der Tasche. Die drei Ersten aus den Bezirksligen Ruhrgebiet, Mitte und Südwestfalen müssen noch einmal in eine Runde mit dem Meister der Bezirksliga Hellweg. Von diesen vier Gruppensiegern steigen am Ende nur drei auf.

WAZ-Bericht von Ralf Weihrauch

Tabelle: 2. Herren Bezirksliga Ruhrgebiet

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